AB GALLERY LUZERN
Arealstrasse 6
CH-6020 Emmenbrücke-Luzern
Phone: +41 41 982 08 80
Mobil: +41 79 69 805 69
E-mail: office@ab-gallery.com

ÖFFNUNGSZEITEN

Dienstag bis Freitag: 14 - 18 Uhr
Samstag: 11 - 16 Uhr und nach Vereinbarung

AB GALLERY ZÜRICH + AB PROJECTS
Klausstrasse 23
CH-8008 Zürich
Phone: +41 41 982 08 80
Mobil: +41 79 69 805 69
E-mail: office@ab-gallery.com

ÖFFNUNGSZEITEN

Mittwoch bis Freitag: 12 - 18 Uhr
und nach Vereinbarung

 
E/D
 
 
Hassan Sharif

Werke von Hassan Sharif

Wege in die Welt, Wege nach Hause

Hassan Sharif: Semi-System-Zeichnungen und
Performancekunst, 1979-1985

Es begann etwa 1981 als Hassan Sharif, damals ein junger Kunststudent aus Dubai, seinen Grundkurs am Warwick College in Großbritannien beendete und in The Byam Shaw School of Art eintrat. Von Anfang an artikulierte Hassan ein starkes Interesse am künstlerischen Experiment und zeigte große Sensibilität und Verständnis für die avantgardistischen Strategien und Konzepte, die in der Kunstszene jener Zeit umgesetzt wurden.

Nachdem er erst einmal mit Kenneth Martins (1905-1984) Theorie von Chance and Order (Zufall und System) vertraut war, adaptierte Sharif sie sehr schnell in seinen unabhängigen Experimenten in der Zeichnung und Performance. Von daher beruht die philosophische Basis seiner Kunst auf der britischen konstruktivistischen Bewegung, die strikt darauf fokussiert war, neue Möglichkeiten der Entwicklung von Formen zu erfinden. Es ist wichtig zu verstehen, dass Kenneth Martin, der führende Theoretiker des britischen Konstruktivismus, sein Leben dem Definieren von Beziehungen zwischen Bewegung und Konstruktion als einem Mittel für das Generieren einer Vielzahl skulpturaler Strukturen widmete. Martins bekanntester Student, Peter Lowe, ebenfalls ein Bildhauer, legte den Anwendungsbereich solcher Erkundungen fest, indem er sich auf die Anordnung von Formen konzentrierte.

Das sind auch jene Zeiten gewesen, in denen der Konstruktivismus / Post-Konstruktivismus mehr als eine Komponente oder Unterströmung der Fluxus (von Fließend) genannten, weitaus größeren und komplexeren Bewegung funktionierte. Obzwar Fluxus seine Ursprünge in den 1960ern in New York hat, schwappte er mit den Jahren nach Europa und Japan über und blieb mindestens zwei Jahrzehnte lang für viele Künstler ein vitales Rahmenkonzept. Fluxus, oft als “medienübergreifende” Bewegung beschrieben, erlaubte die revolutionäre Öffnung von Experimenten u.a. durch die Einbeziehung von Musik, mathematischen Zeichnungen, Performances, Happenings und Film.

Es ist sehr bemerkenswert, dass Hassan Sharif das Bezugssystem des britischen Konstruktivismus in seine Kunst in erster Linie durch den “experimentellen Aspekt des Konstruierens” vornehmlich in der Zeichnung und ausgewählten Performances einbezog. Dann ging er in seinen Performances zum Fluxus über, sozusagen mit der Bewegung “mitfließend”, deren erster und einziger Vertreter in der Golfregion er wurde.

Um die Rolle der Semi-System-Strategie in Hassan Sharifs Performancekunst verstehen zu können, müssen wir begreifen, wie sie beim Konstruieren seiner Zeichnungen funktioniert. Bei diesem Verfahren sind die Richtungen der Linien und die endgültige Gestalt einer jeden seiner abstrakten Zeichnungen das Resultat sehr komplexer Kalkulationen mit zufällig herausgegriffenen Zahlen, wobei dem Element des Unberechenbaren erlaubt wird, den Schaffensprozess zu übernehmen. Letztendlich benutzt der Künstler den Zufall, um das Endresultat hervorzubringen. Sharif konzentriert sich auf eine Vielfalt von Facetten des “Zufalls”, wobei er schlussendlich dessen paradoxe Beschränkungen nachweist.

Paulina Kolczynska

Hassan SHARIF - Man & Mountain 04, 2009, Oil on Canvas, 200x145cm
Hassan SHARIF - Man & Mountain 05, 2009, Oil on Canvas, 200x145cm
Hassan SHARIF - Man & Mountain 06, 2009, Oil on Canvas, 200x145cm
Hassan SHARIF - Air Plan, 2008, Oil on Canvas, 200x145cm
Hassan SHARIF - Communication 01, 2008, Oil on Canvas, 150x100cm
Hassan SHARIF - Communication 02, 2008, Oil on Canvas, 150x100cm