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Der iranische Künstler Pooya Aryanpour malt Bilder, die kraftvolle Dynamik besitzen und gleichzeitig filigrane Schwerelosigkeit ausstrahlen.
Vor atmosphärischen Hintergründen, die geheimnisvoll im Spotlight aufleuchten, eröffnet Pooya Aryanpour die Bühne für die eleganten Pirouetten seines Pinsels. Meist in weisser Farbe gemalt, schweben auf der Leinwand zarte Gebilde, die an gedankenverlorene Rauchkringel erinnern. Der Künstler scheint die reizvoll geformten Schwaden gerade im richtigen Moment erwischt zu haben, bevor sich alles wieder in Luft auflöst. Diese gekonnte Illusion der Flüchtigkeit ist ein besonders faszinierendes Element in Pooya Aryanpours Malerei.
Die Hauptrolle in seinen Bildern spielen aber nicht nur verschlungene Linien an der Grenze zur Abstraktion, sondern auch konkrete Anklänge an Blumenblüten und Laubblätter, an Medusen und Vögel, an Zellstrukturen, Schriftzeichen und Musiknoten. Der Künstler sieht seine Werke mit ihren latenten Referenzen an die Lebenswelt als eine philosophische Interpretation der Realität.
Nicht umsonst sagt er weiter über seine Arbeit, dass jedes Werk mit einem Geräusch, einem Ton beginne: In den rhythmisierten Strukturen, aber auch in den lyrischen Entfaltungen der Linien scheint man den Klang förmlich hören zu können.
Die erstaunliche Gewandtheit, mit der Pooya Aryanpour den Pinsel zu führt, dürfte seiner geübten Kalligraphenhand zu verdanken sein. Die kunstvolle Komposition von Schriftzeichen zu einem übergeordneten Ornament führt er in die freie Abstraktion hinein fort. Damit findet er für die traditionelle Kunst der Kalligraphie eine zeitgemässe Ausdrucksform.
Auch die Stimmung der Farben ist für den Künstler von grosser Bedeutung. In seinem bisherigen Schaffen konzentrierte er sich immer wieder auf wirkungsvoll reduzierte Kontraste. Frühere Arbeiten heben die Feinheit des weissen Liniengewebes vor einem signalroten Grund heraus oder lassen es vor schwarzem Hintergrund wie ein poetisches Röntgenbild wirken. Die feinen Abstufungen der weissen Farbe bis zu einer delikaten Transparenz zeigen, dass sich Pooya Aryanpour innerhalb der Farbvaleurs mit grosser Subtilität zu bewegen weiss.
Julia Häcki, Zürich
Dezember 2009
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