AB GALLERY LUZERN
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Erstaunliche Reaktionen des Publikums auf die Kunstaktion «No Exit Luzern» des iranischen Künstlers Shahram Entekhabi auf dem Rathaussteg in Luzern. Mit Bändern, wie sie zum Sichern von Baustellen und anderen Gefahrenzonen verwendet werden, wurde den Passanten der Weg zwischen dem Luzerner Theater und dem Rathaus versperrt – und kaum einer regte sich auf.
Die aktuelle Ausgabe # 36 des Schweizer Kinki Magazins berichtet über die No Exit Luzern Performance von Shahram Entekhabi in der Luzerner Innstadt.
Ab Seite 94 erwarten Sie eine Fotostrecke sowie Hintergrundinformationen zu der "illegalen" Aktion.
AB Luzern 2011 - Die Ausstellung Rhizome des iranisch-deutschen Künstlers Shahram Entekhabi präsentiert erstmalig einen völlig neuen Werkkomplex von Zeichnungen auf Papier, bei denen die in Entekhabis Werk stets virulente gesellschaftsbezogene Praxis überführt wird in einen assoziativ-symbolhaften Raum.
Die Zeichnungen operieren mit einer Vielzahl von Verweisen und Zitaten und entwickeln Referenzen sowohl zum mythologischen Erbe der persischen Kultur als auch zu Ereignissen in der jüngeren iranischen Geschichte. In Übereinstimmung mit der Lebensrealität des Künstlers im “Dritten Raum” (Homi Bhabha) zwischen zwei Kulturen fließen auch Elemente aus der westlichen Welt in die Zeichnungen mit ein. Autobiografisches und Surreales fließt in einem Narrativ zusammen, dessen Ende offen ist. Durch ihren extremen Detailreichtum entwickeln die virtuos gezeichneten Werke eine nahezu psychedelische Qualität
Informationen zur Ausstellung...
AB Zürich 2011 - Die Einzelausstellung White lies and some promises des in Berlin und Teheran lebenden Künstlers Shahram Entekhabi (*1963 in Borujerd/Iran) nimmt ihren Ausgangspunkt bei seiner seit 2001 zu beobachtenden Ironisierung der kulturelle Praxis der Verschleierung von Frauen im Iran und seinen “Übermalungen”, für die er in Modemagazinen, auf Postern Werbeprospekten und Postkarten sämtliche weibliche Figuren mit einem Schleier bedeckt werden.
Dieses Thema verbindet er in seiner künstlerischen Arbeit mit dem Komplex von Fremd- und Eigenwahrnehmung aus migrantischer Perspektive. Die Ausstellung präsentiert darüber hinaus die 2009 entstandene Arbeit “72 virgins”, für die der Künstler eine im öffentlichen Raum inszenierte Verbindung mit 72 “Jungfrauen” eingeht und auf diese Weise bestimmten islamischen Glaubensvorstellungen vom Paradies karikiert, nach denen den Gläubigen nach seinem Ableben 72 Jungfrauen erwarten.
Die Performance «72 Jungfrauen» ist ein Projekt des iranischen Künstlers Shahram Entekhabi, das im Rahmen des Workshops „Wege der Poesie – Mythos/Miniatur/Dichtung“ innerhalb der Ausstellung „TASWIR – Islamische Bildwelten und Moderne“ im Martin-Gropius-Bau, Berlin stattfinden wird. Das Projekt wird gefördert von der Allianz Kulturstiftung, ha´atelier und dem KunstBüroBerlin. Zum ersten Mal wurde diese Perfomance im März 2009, in Zusammenarbeit mit dem National Center for Contemporary Art Kaliningrad der Russischen Föderation, aufgeführt.
«72 Jungfrauen» trägt die Züge eines "flashmobs" und beginnt in Staatsbibliothek zu Berlin. Der Künstler Shahram Entekhabi wird sich dort mit 72, als Jungfrauen charakterisierte, schwarz gekleidete AkteurInnen dort treffen, um gemeinsam zum Martin-Gropius-Bau zu laufen. Dort - in der Ausstellung Taswir - löst sich die Performance auf.
Einerseits hat die Arbeit Entekhabis einen in der islamischen wie westlichen Welt weit verbreiteten Irrtum bezüglich des Korans zum Hintergrund. Demnach sollen dem Märtyrer bei seinem Einzug ins Paradies angeblich 72 Jungfrauen erwarten. Tatsächlich aber ist im Koran von 72 Houri die Rede, 72 engelhaften
Wesen, die den Gläubigen im Paradies erwarten. Die diversen Interpretationen und Übersetzungen des Koran beschreiben die Houri vereinfachend als Jungfrauen.
Die Kopftücher kennzeichnen die AkteurInnen in Entekhabis Performance als gläubige Muslima, die weißen Blumen in ihren Händen verweisen auf ihre Unschuld wie auch auf die Eheschließung zwischen ihnen und dem männlichen Akteur, womit auch das Phänomen der Polygamie in der islamischen Welt angesprochen wird.
Entekhabi hat für seine Performance zur Regel gemacht, dass es im Ermessen der einzelnen AkteurIn liegt, ob sie sich als Jungfrau empfindet (und gewissermassen auch, ob sie sich dem weiblichen Geschlecht zugehörig empfindet). Am Ende der Performance erhält jede TeilnehmerIn ein signiertes schwarzes Kopftuch, das Teil einer 72-teiligen Edition zum Projekt ist.
Wesentliches Anliegen der Performance von Entekhabi ist die Thematisierung von ideologisch überformten Klischées, etwa über Muslime, die Überwindung von Angst und Ablehnung von Andersartigkeit. Andererseits liegt der Performance ein Kunstbegriff zu Grunde, der das Werk in den öffentlichen Raum, in den Stadtraum bringt. Die Auflösung des Werks wird hingegen ins Museum, dem Ort der Bewahrung und Konservierung von Kunst gebracht. Damit liefert die Performance auch einen Kommentar zu Bildkonzeptionen als dem allgemeinen Thema der Taswir-Ausstellung.
Informationen zur Ausstellung...
2010 - 1250 × 385 mm, Collage, Zeichnung mit Tinte, Bleistift und Klebefolie.
Everlast, Lupe Fiasco, Vinnie Paz, Busta Rhymes und Ice Cube sind alle zum Islam konvertiert. Shahram Entekhabi nennt sie seine ‘Superhelden.
Die Haltung der Männer erinnert an die Art, wie Rapper sich üblicherweise in der Öffentlichkeit präsentieren. Jeder von ihnen besetzt seine eigene, separate ‘Bühne’ (d.h. Leinwand), aber alle fünf sind durch einen breiten gelben Streifen miteinander verbunden, auf der das Wort “CONVERTS” zu lesen ist. Der Zusammenhang zwischen den Figuren liegt in den unterschiedlich großen, roten Tintezeichnungen von Gegenständen (Pistole, Cowboy-Stiefel) und Personen (religiöse Figuren, nackte Frauen).
In Entekhabis Werken sind amerikanische Hip-Hop-Künstler Helden, die den Islam repräsentieren. Das ist eine Provokation; Denn Amerikaner betreiben eine äußerst ambivalente Außenpolitik gegenüber der islamischen Welt. Und Rap-Texte sind berühmt-berüchtigt für ihre materialistischen, sexistischen, brutalen Aussagen. Was sagt uns das also über das Bild, das wir allgemein von Islam haben?
Die Vorstellung, zu einer anderen Religion zu konvertieren, führt uns zu der Frage: Wie frei sind wir denn überhaupt, uns für eine Religion zu entscheiden? Wie sehr ist unsere Identität durch unser Verständnis von anderen Religionen geprägt? Wofür stehen diese Menschen? Und gegenüber wem? Aus der Ferne betrachtet scheinen sie klar definiert und eingerahmt zu sein; aber bei genauerer Betrachtung sind sie komplex-konstruierte, ambivalente Figuren.
Sophia Ayda Schultz, 2010
School of Oriental and African Studies, London