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E/D
 
 

FATIMA CHAFAA

AB PROJECTS ZÜRICH
01.02.2012 - 10.03.2012

«FAR FROM THE WALLS TAKAMRA»

Auf dem Hügel von Kabylia, einer Bergregion Algeriens, befindet sich TAKAMRA, das Dorf in dem meine Eltern geboren wurden und aufgewachsen sind. Es ist eines von drei Dörfern, die alle im gleich Abstand voneinander entfernt sind und den Volkstamm von Ath marabout Sidi Moussa bilden. Nach einem regionalen Mythos gründeten die drei Töchter unseres Vorfahren Sidi Moussa drei Dörfer und gaben ihnen ihre Vornamen: TAKAMRA, FETALA und TAOURIRT.

Das ist der Grund, weshalb sich im Hauptraum jedes Hauses in den drei Dörfern viereckige Aussparungen in der Wand, die der Tür zugewandt ist, befinden. Diese Aussparungen symbolisieren Fruchtbarkeit und Wohlstand

1956 erlitt die Bevölkerung Takamras aufgrund der Unterstützung der algerischen Revolution einen großen Verlust. Dank meines Großvaters, der auf einer Farm eines einflussreichen Kolonisten arbeitete, hatten wir die Möglichkeit in die Hauptstadt Algeriens zu ziehen. In Zuge der Unabhängigkeitserklärung Algeriens 1962 bot die algerische Regierung allen entwurzelten Dorfbewohnern finanzielle Unterstützung um wieder in ihre Heimat zurückzukehren, dies fiel aber nicht auf fruchtbaren Boden.

Heutzutage hat die Auswanderung der ländlichen Bevölkerung in die Städte, wie in vielen südlichen Ländern, die Soziologische Struktur Algeriens verändert; die traditionelle ländliche Gemeinschaft wurde mitsamt ihres Wissens, ihrer Kultur, ihrer Menschlichkeit und ihrem mündlichen Erbe zerstört…

Erst 2006 erfuhr ich zum ersten Mal etwas über das Dorf meiner Eltern. Meine fotografische Installation besteht aus einer Abbildung der Wand meiner Großeltern, in der drei Einbuchtungen sind, in die ich Fotos aus dem Familienalbum platziert habe. 


Ich integrierte in die Installation alle Familienmitglieder, die in Takamra geboren wurden, allerdings gezwungen waren es zu verlassen, um entweder nach Algerien oder Frankreich zu ziehen. Die Entwurzelung der Kleinbauern, die von ihrem Land getrieben wurden ist Thema der Installation. Auf einem Bild ist mein Vater zu sehen, der nach Frankreich immigrierte, wo er als Hilfsarbeiter in der Textilindustrie arbeitete. Er hatte einen Arbeitsunfall bei dem er einen Finger verlor. Ein anderes Werk zeigt meine Mutter Ouardhia, die ihre Heimatstadt im Alter von 17 Jahren verließ. In Algerien hatte sie eine französische Freundin namens Janet. Sie beide verband trotz der großen Unterschiede eine starke Freundschaft. Janet verließ Algerien 1976.

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Eröffnung

Wir freuen uns Sie zur Eröffnung am 01.02.2012 um 17:00 Uhr begrüssen zu dürfen.

Öffnungszeiten

Mittwoch bis Freitag: 12.00 – 18.00 Uhr
und nach Vereinbarung

AB Projects Zürich

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